Am Ende des Frühlings strahlt das Nürnberger Land im Farbenmeer der Orchideen. Aber nur Experten wissen, wo man die geschützte Art finden kann

Ob dunkelrote, gelbe, braune oder weiße Orchideen, die Naturführerin Daniela Reisch kennt die Lieblingsplätze der Prachtexemplare alle. Mit ihr geht es zwischen Mitte Mai und Mitte Juni auf Entdeckungstour. Sie zeigt Urlaubern abseits der Wanderwege in einer dreistündigen Tour die seltene Art und die schönsten naturbelassenen Flecken des Nürnberger Lands. Dabei erzählt die Expertin auch Wissenswertes über die allgemeine Ökologie der Region und warum sich die Orchidee hier besonders wohlfühlt. Die Expedition kostet neun Euro.

„Die Führung zu den Orchideen ist die beliebteste, die ich anbiete“, berichtet Daniela Reisch. Der Naturführerin liegt ihre Heimat sehr am Herzen, deshalb zieht sie auch die Obergrenze bei 25 Personen pro Gruppe. „Bei mehr Leuten verliere ich den Überblick, ob sich auch alle verantwortungsbewusst in der Natur verhalten.“ Sie ist im Zwiespalt: Einerseits möchte sie Urlaubern die versteckten Orchideenplätze zeigen, anderseits will sie die geschützte Art nicht Wilderern aussetzen. Aus diesem Grund versucht sie, bei jeder Führung die Leute in den Bann der Orchidee zu ziehen und das Bewusstsein zu schärfen. Zum Beispiel ist die Schmarotzerpflanze auf die Symbiose mit Pilzen angewiesen. Also bringt Umsetzen in den heimischen Garten nichts, da sie sowieso nicht überleben wird.

Start der Expedition ist der Hirschbacher Wanderparkplatz. Von hier aus geht‘s zu den versteckten Plätzen. Auf dem Weg dorthin begegnet man anderen seltenen Pflanzen wie Salomonsiegel, Küchenschellen oder Berganemonen. Immer wieder erklärt Daniela Reisch, warum sich die empfindlichen Arten im Nürnberger Land so wohl fühlen: Die Plätze liegen weit entfernt von landwirtschaftlichen Nutzflächen, darum weist der Boden keine Überdüngung auf. „Orchideen mögen außerdem wenig Wasser und kalkarme Böden“, erklärt die Naturführerin. Für sie ist übrigens der dunkelrot-gelbe Frauenschuh die beeindruckendste Art. Er braucht 14 Jahre, um das erste Mal zu blühen und sein Stock kann schon mal bis zu 40 Jahre alt werden. Doch auch der rötliche Fliegenragwurz, das Brandknabenkraut oder der Nestwurz, der an keiner Stelle grün ist, bringen Urlauber zum Staunen. Gäste können sich für die Führung unter 09665 95 44 830 oder info@dienaturfuehrerin.de anmelden.

Auch wer kein Faible für Blumen hat, ist im Nürnberger Land richtig. Für Kinder gibt es Märchenwanderungen und Lama-Trekking, für Neugierige Jodelkurse und für Naturliebhaber geführte Kräuterwanderungen. urlaub.nuernberger-land.de

Über das Nürnberger Land
Das Nürnberger Land repräsentiert als Tourismusmarke die Region zwischen der namensgebenden fränkischen Metropole und der Oberpfalz. Die Region erstreckt sich von Neuhaus an der Pegnitz im Norden, über die Fränkische Alb bis nach Burgthann im Süden und hat für Sportler, Genießer, Familien und Kulturliebhaber gleichermaßen viel zu bieten. Während der Naturraum Nördlicher Frankenjura, das Pegnitztal, die weiten Kiefern-, Buchen- und Mischwälder und die zahlreichen verwunschenen Gewässer mit stadtnahen Freizeitmöglichkeiten punkten, begeistert die Schlösser- und Burgenlandschaft kulturell und kulinarisch. Egal ob Wandern, Radfahren, Museenbesuch oder einfach zum Entspannen – die regionalen Spezialitäten wie Schäufele, Höhlenkäse oder Kommunenbier sind nicht weit entfernt.

Weitere Informationen: Nürnberger Land Tourismus, Waldluststraße 1, 91207 Lauf a. d. Pegnitz,
Tel. 09123/950-6062, urlaub@nuernberger-land.de, www.urlaub.nuernberger-land.de

Erkundungstour suche nach Orchideen
Auf Entdeckungstour mit Daniela Reisch.
Foto: Thomas Geiger
Frauenschuh Blumen Nürnberger Land
Blüht erst nach 14 Jahren – der Frauenschuh.
Foto: Nürnberger Land Tourismus, Bernd Hölzel
Lamawanderung in der Nähe von Nürnberg
Mit Lamas durchs Nürnberger Land wandern.
Foto: Thomas Geiger