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Der Naturpark Ammergauer Alpen plant Mautstellen sowie Eintrittsgelder und setzt damit ein wichtiges Zeichen gegen den Tagestourismus

Venedig und Dubrovnik haben es vorgemacht. Nun ziehen die Ammergauer Alpen als erste deutschsprachige Destination in Sachen Besucherlenkung nach. Mit dem Errichten von Mautstellen am Eingang zum Naturpark Ammergauer Alpen sowie der Einführung hochpreisiger Tagestickets (ab 90 Euro pro Person) soll das Phänomen „Overtourism“ ausgebremst werden. Ziel ist die Entlastung der „Hot Spots“ Oberammergau, Ettal und Schloss Linderhof und damit verbunden der Schutz der einzigartigen Natur sowie der Lebensqualität der Einheimischen. Die Planungen laufen bereits, die partielle Schließung erfolgt – ein Jahr nach den Passionsspielen – zum 31. April 2021.

„Die Gruppen und Tagestouristen, die nur schnell die markanten Highlights bei uns abfahren, damit unsere Ortschaften überschwemmen und dann wieder verschwinden, werden von der Mehrheit der Bevölkerung als Einschränkung der eigenen Lebensqualität wahrgenommen“, so ein Ammergauer Hotelier, der in der Presse anonym bleiben möchte, aber dennoch den Anstoß fürs Umdenken gab. „Wer ned da schloft, der soll sich schleichen.“ Die Tourismusverantwortlichen der Ammergauer Alpen GmbH sowie des Naturparks Ammergauer Alpen e.V. haben kurzerhand ein Konzept zur Lenkung der Besucherströme sowie zum Ankurbeln der Übernachtungszahlen entwickelt.

Das Prädikat „Naturpark“ verschafft der Urlaubsregion den glücklichen Umstand, den Zugang und das freie Betretungsrecht des Schutzgebietes ohne Änderung der Rechtsgrundlage beschränken zu können. „Nicht alle Einfriedungs-Maßnahmen, die aus den USA kommen, sind schlecht“, erklärt Florian Hoffrohne, Geschäftsführer der Ammergauer Alpen GmbH. Daher hat man sich geeinigt, an allen Einfahrtsstraßen zum Ammertal Mautstellen nach dem Vorbild amerikanischer Nationalparks zu errichten. Dort können Gäste Tagestickets ab 90 Euro pro Person kaufen. Sie beinhalten bereits eine Übernachtung in einem Gästehaus, Upgrades sind möglich. Wer nicht bleiben möchte, zahlt trotzdem.

„Unsere Natur ist absolut schützenswert. Deswegen liegen die Preise bewusst in einem hohen Segment“, erklärt Florian Hoffrohne. „Wir erhalten unsere Landschaft lieber für Wenige, als sie durch Viele plattmachen zu lassen.“ Um dies in vollem Umfang gewährleisten zu können, werden auch die drei neuen Naturpark-Ranger im Bereich Security-Management ausgebildet. Geschult werden sie dabei von einer Spezialeinheit der Grenzpolizei. Auf dem Lehrplan stehen Ausspähen, Spurenlesen und – für den Fall des Falles – Fallgruben bauen. Mit dieser gesonderten Maßnahme soll sichergestellt werden, dass ein Einschleichen in den Naturpark über die Bergrücken der Ammergauer Alpen nicht möglich ist.

Weitere Informationen: Ammergauer Alpen GmbH, Eugen-Papst-Str. 9a, 82487 Oberammergau,
www.ammergauer-alpen.de, www.naturpark-ammergauer-alpen.de

Must-have: Mautstellen für den Naturpark Ammergauer Alpen.
Foto: Margret Riedl
Mist, do is oana: Security-Ranger sind um das Absichern bemüht.
Foto: Best of Wandern, Thomas Bichler
Musst-hin: Menschenleeres Zentrum von Oberammergau, 2021.
Foto: Zugspitz Region, Wolfgang Ehn