(Murnau) Das Schloßmuseum Murnau entdeckt einen heute fast unbekannten Maler wieder, der zu einer der spannendsten Zeiten der deutschen Kunstgeschichte wirkte: der des Blauen Reiters. „Robert Genin (1884-1941). Russischer Expressionist in München“ läuft von 28. März bis 30. Juni und ist die bislang umfassendste Retrospektive des Malers. Ausgestellt werden Leihgaben aus Deutschland, Europa und Russland, die Genins Schaffensweg vom frühen Jugendstil über den Neoklassizismus bis zum Expressionismus nachzeichnen. Anders als viele Zeitgenossen ist Genin in seinen (Selbst-)Portraits, Akten und Landschaftsbildern immer gegenständlich geblieben. Neben ihrer Schönheit und Ausdruckskraft liefern die Öl-, Pastell- und Kohlebilder Genins – enger Freund Paul Klees und Marianne von Werefkins, Weggefährte Alexej von Jawlenskys und Wassily Kandinskys – einen völlig neuen Blick auf die Umstände, die während der anbrechenden Moderne in Deutschland herrschten. Selbst, als er im Ersten Weltkrieg als „Feindstaatenausländer“ verfemt wurde, blieb der Russe seiner Wahlheimat treu. www.schlossmuseum-murnau.de, www.murnau.de

Robert Genin malte sich mit Pastell auf Papier im Jahr 1922 – kurz nach seiner Zeit in München.
Foto: Berlinische Galerie, Kai-Annett Becker</6>

Die „Balinesin I“ entstand um 1926, während einer Balireise des Expressionisten.
Foto: Stiftung Im Obersteg im Kunstmuseum Basel, Martin P. Bühler
Robert Genin die Leidende
Die „Leidende“ malte Genin 1918, während des Ersten Weltkrieges, als er in Deutschland nur unter Auflagen leben und ausstellen durfte.
Foto: Privatsammlung St. Petersburg